Das "r" in TrO:

"Wird da im Kloster eigentlich den ganzen Tag über Gott gesprochen???"
Keine Sorge, das bestimmt nicht! Aber wenn im Freiraum außerhalb des Schulalltags Gelegenheit ist, über Fragen der eigenen Lebensorientierung und Sinnfindung ins Gespräch zu kommen, halten wir die Frage nach Glaube und Religiosität offen. Immerhin leben und arbeiten wir hier am Jugend-Kloster in unterschiedlichen Lebensformen rund um eine vom Glauben getragene Gemeinschaft.
Dies ist bei allen Freiheiten, die TrO den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, immer wieder zu spüren: Der Glaube - wie auch immer er bei jeder und jedem ausgeprägt sein mag - ist für uns das, was unser Leben bewegt.

Nun sind die Erfahrungen vieler Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich. Nicht jede und nicht jeder hat ein offenes oder gar positives Verhältnis zu religiösen Fragen. Mancher Schicksalsschlag sitzt tief, die eigene Klasse lässt auch wenig von "christlichem Miteinander" zu und die Auseinandersetzungen im Reliunterricht sind oft weit weg, von dem, was persönlich bedeutsam ist... So folgen Vorbereitung und Gestaltung von TrO einem teilnehmerorientierten Konzept. Im Mittelpunkt stehen die Themen, die sich aus den Lebenssituationen und Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler bzw. aus den Prozessen in der Gruppe ergeben. Oft sind dies Themen rund um die Gestaltung der eigenen Zukunft, Umgang mit der eigenen Zeit, Selbstwerdung in vielfältigen Beziehungen, Umgang mit Grenzerfahrungen.

Es geht um das eigene Beteiligtsein in Bezug auf ein Thema: sich mit der eigenen Lebensgeschichte in der Offenheit, die jeder und jede für sich selbst bestimmt, den Mitschülerinnen und Mitschülern mitzuteilen. Tage religiöser Orientierung möchten auf diese Weise den Prozess der Sinnorientierung und Identitätsbildung begleiten und die religiöse Dimension des Lebens zur Sprache bringen. Unter anderen Bedingungen als im Unterricht (frei von Leistungskontrolle, Notengebung, 45-Minuten-Takt und vorgegebenen Themen) besteht die Möglichkeit eines weitgehend freien Nachdenkens und Austauschens über persönliche und religiöse Fragen.

Selbst wenn wir dann nicht den ganzen Tag über Gott reden: wir hier am Kloster merken immer wieder, wie wir in diesen Tagen religiöser Orientierung auch selber ein bischen mehr in unserem Glauben wachsen...

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